Mittwoch, 17. Februar 2010

Letztes Posting

Dieses Weblog hat mich jetzt über zwei Jahre begleitet und dokumentiert meine schreiberische Entwicklung. Manche Texte sind gut geworden, manche schlecht und manche ganz grauenhaft und peinlich, aber alle gehören zu mir.

Ich finde jetzt ist ein guter Zeitpunkt gekommen einen Schnitt zu machen und weiter zu ziehen. Deshalb werde ich hier nichts mehr posten und auf einen neuen Blog umziehen. Der Umzug ist eigentlich mehr symbolisch, als wirklich sinnvoll, aber es ist ein Schnitt, den ich für mich selbst machen muss.

Danke den ein oder zwei Lesern, die ich hatte. :-) Ihr findet mich ab sofort hier: simone-keil.blogspot.com, wenn ich auch nur sporadisch posten werde, ich schreibe gerade an einer längeren Geschichte, da bleibt nicht viel Zeit übrig.

Lieben Gruß
Simone

Freitag, 12. Februar 2010

Aquatinta

von Maya

Du nimmst mein Bild und trägst es durch die Nächte,
mischst Farben neu und kleckst sie auf den Grund;
doch liegt der viel zu tief, das Schwarz frisst Bunt.
Pastell ist nicht genug. Was Zukunft brächte

bedürfte mehr als Staubschicht und Pigmente,
braucht Haftung, Tiefdruck, Risse im Gesicht.
Bei Blätterstürmen reichen nicht Akzente -
die sind zwar schön, doch haben kein Gewicht.

Nimm weg das Rot, kratz mir die Lippen blutig
und schab das falsche Blau aus meinem Bauch,
zerstöre dieses Kunstwerk, komm, sei mutig!
Was unter Farben liegt, das bin ich auch.


© Maya 2010

Sonntag, 31. Januar 2010

Vereinsamt

von Friedrich Nietzsche

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Frohes neues Jahr!



Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!

Erich Kästner

In diesem Sinne, ein glückliches und gesundes neues Jahr!

Simone

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Frohe Weihnachten


Weihnachten ist ja immer auch mit Hektik verbunden. Alles soll besonders schön sein. Der Baum muss geschmückt, die Geschenke gekauft werden. Aber zwischen all dem Stress, sollte man nicht die Dinge vergessen, die den Geist von Weihnachten eigentlich ausmachen, auch wenn man - wie ich - nicht unbedingt religiös ist. Das sind ganz kleine Dinge, wie einen alten Freund anzurufen, den man aus den Augen verloren hat oder einfach mal Danke zu sagen, zu denen die immer für einen da sind wenn man sie braucht und das ganz uneigennützig. Denn das ist es doch, worum es Weihnachten eigentlich geht.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und ein schönes Fest inmitten der Menschen die ihr liebt.

Liebe Grüße
Simone


Danke

für M.

Es dämmert schon und in den Fenstern glühen Lichter.
Bald fällt der Tag und Nacht macht sich im Lande breit.
Ein kalter Wind beißt sich in fiebrige Gesichter.
Und alle Welt scheint für das Weihnachtsfest bereit.

Mein Herz schlägt leise, doch beharrlich, mir Sekunden.
Dein Blick weist mir den Weg aus der Vergangenheit.
Ein jedes Wort und all die ausgefüllten Stunden
sind mir Geschenke für die Ewigkeit. Die Zeit

des Suchens ist vorüber: Jetzt beginnt das Finden.
Du schaffst es Zuversicht in meinen Zopf zu binden
und klebst ein Pflaster auf den aufgeschürften Zeh.
Noch einmal pusten und schon tut es nicht mehr weh.

Und wie ein Eiskristall auf meinem Fenstersims zerstiebt,
hast du, mit einem Lächeln, mich gesundgeliebt.


© Simone Keil 24.12.2009

Sonntag, 20. Dezember 2009

бабушка

Im Wohnzimmerfenster gegenüber brennt Licht. Keines dieser Arbeitslichter bei dem man einen Faden durch ein enges Nadelöhr bringt, um einen Knopf an das weiße Sonntagshemd zu nähen oder die Tageszeitung liest. Es ist gedimmt und warm. Zu warm, um alltägliche Dinge zu verrichten, aber kühl genug um sich an den Händen zu halten.
Ich habe keine Handschuhe an. Vergessen, trotz der Temperaturen, die mittlerweile bei minus 20 Grad angelangt sein müssen. Einfach vergessen. Und es wird noch kälter. Die Sterne packen sich schon in Wolken. Leergeschneite, müde Wolken. Es muss ein wunderbares Gefühl sein, die weiße Masse um sich zu ziehen, die Nasenspitze hineinzupressen und den Winter einzuatmen.
Mein Schatten tritt von einem Bein auf das andere. Er kann es nicht ertragen auf einem Fleck zu verharren. Vielleicht, weil er sich dann seiner Zweitrangigkeit bewusst wird. Vielleicht ist ihm auch nur kalt.
Alles glitzert und glimmt. Ich zertrete Schneechristalle, unter meinen dicken Ledersohlen. Es knirscht und knackt und riecht nach der Wohnküche meiner Großmutter. Zimt und heißer Apfelwein. Und ihre massigen Arme, die mir die Luft nehmen. Und ihr Lachen in meinem Herzen. Es nutzt den ganzen freien Raum aus. Huscht von Herzkammer zu Herzkammer. Spielt verstecken in den Kapillargefäßen. Das kitzelt und ich zittere in meiner zu dünnen Jacke.
Mein Schatten wird ungeduldig. Er bewegt sich weg von mir, gerade soweit, dass die Verbindung nicht abreißt. Er hat recht, es wird Zeit. Meine Fingerspitzen werden schon taub. Ich habe Mühe eine Faust zu machen. Der Körper zu meinen Füßen bewegt sich schon seit Minuten nicht mehr. Ein rotes Rinnsal verfärbt den frischen Schnee.
Ich fasse seinen Kragen und ziehe ihn zu mir heran. Sein rechtes Auge ist zugeschwollen und die Haut schimmert violett direkt unter dem Rot. Ich schlage zu. Der Schmerz rast durch meine eisige Rechte, fährt durch meinen Arm, die Schulter, das Schlüsselbein und nimmt seinen Platz ein. Im Vorhof meines Herzens. Das Licht im Fenster ist verschwunden, wie das Lachen meiner Großmutter.


© Simone Keil 2009

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Julklapp mit dem Weihnachtsmann



© Simone Keil 2009